Ratgeber "Versicherungen"

Der "GAU" in der Versicherung

Das GAU-Prinzip in der Versicherung bedeutet: Du versicherst nur das, was deine finanzielle Existenz bedroht oder ruiniert, und lässt kleine, leicht verschmerzbare Risiken weg

Das Kürzel GAU steht ursprünglich aus der Technik für den Größten Anzunehmenden Unfall. Auf den Versicherungsschutz übertragen bedeutet das: Man konzentriert sich darauf, die schlimmsten Katastrophen abzusichern, statt für jede Kleinigkeit eine Police abzuschließen

Die Grundidee dabei

  • A) Existenzbedrohende Risiken (muss man absichern):
    • Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe gegenüber anderen, der Verlust der Arbeitskraft oder ein Totalverlust der eigenen vier Wände. Wenn hier ein Schaden auftritt, kannst du ihn aus eigener Tasche nicht mehr bezahlen.
  • B) Kleine / tragbare Risiken (kann man weglassen):
    • Zerbrochenes Geschirr, eine verlorene Brille oder eine Handyversicherung lohnen sich oft kaum, weil die Beiträge im Verhältnis zur möglichen Leistung zu hoch sind oder du den Schaden zur Not selbst tragen kannst.

Wie können Sie das GAU-Prinzip praktisch anwenden?

Für die eigene Versicherungsplanung reichen zunächst einige einfache Fragen. Dabei geht es nicht darum, sofort ein bestimmtes Produkt auszuwählen, sondern die finanziellen Risiken in die richtige Reihenfolge zu bringen.

  • Was kann passieren?
    • Überlegen Sie, welche größeren finanziellen Risiken in Ihrer persönlichen Situation bestehen.
  • Wie hoch könnte der Schaden werden?
    • Betrachten Sie nicht nur den wahrscheinlichsten, sondern auch einen finanziell schwerwiegenden Verlauf.
  • Könnten Sie den Schaden selbst tragen?
    • Prüfen Sie, welche Rücklagen und laufenden finanziellen Spielräume vorhanden sind.
  • Besteht bereits Versicherungsschutz?
    • Kontrollieren Sie vorhandene Verträge und mögliche Überschneidungen.
  • Bleibt eine relevante Lücke?
    • Erst dann stellt sich die Frage, ob und welcher zusätzliche Versicherungsschutz sinnvoll sein kann.

So beginnt die Versicherungsentscheidung nicht beim Produkt, sondern beim Risiko.

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