Die persönliche Risikosituation ermitteln
Sich umfassend zu versichern, ist keine Hexerei. Angebote gibt es in großer Zahl und für jedes noch so ausgefallene Risiko. Doch rundum versichern ist teuer – und bei genauerer Betrachtung oft auch hinausgeschmissenes Geld. Denn nicht alles, was auf dem Markt angeboten wird, ist die Prämie wert. Und nicht jeder ist den gleichen Existenziellen Risiken ausgesetzt.
Singles haben andere Sicherheitsbedürfnisse als Familien; ein Angestellter oder Beamter braucht ein anderes Versicherungsportfolio als ein Selbstständiger; ein am Beginn der Berufslaufbahn Stehender etwas anderes als ein angehender Rentner.
Existenzbedrohender Risiken zuerst absichern (versichern)
Um bei den Versicherungen die Prämien überschaubar zu halten, gehen Sie am besten nach dem GAU-Prinzip (= Größte Anzunehmende Unglücksfall) vor:
Zuerst wird versichert, was für Sie persönlich zu den "Größten Anzunehmenden Unglücksfällen" zählt und so richtig an die finanzielle Substanz gehen würde.
Dazu gehören je nach Lebens-Situation üblicherweise:
- bei Wohnungs- oder Eigenheimbesitzern ein Vollbrand, der sie obdachlos macht
- bei einer Familie Tod oder Berufsunfähigkeit des Haupt- oder Alleinverdieners
- bei Kindern, Schülern und Studenten ein Unfall mit schweren körperlichen Langzeitschäden
- bei selbst verschuldeten Unfällen oder Sachschäden hohe Haftpflichtforderungen von Geschädigten
- bei Pendlern, die auf ihr Auto angewiesen sind, der Verlust des Autos
Die Mehrzahl der existenzbedrohenden Risiken lässt sich relativ günstig durch Standardpolizzen wie Haushalts- und Haftpflicht-, private Unfall- und Risikoablebensversicherung abdecken.
Verdienstausfall und Berufsnotwendiges
Neben den GAU-Risiken sollte das Augenmerk jenen Versicherungen gelten, die je nach den Lebensumständen ebenfalls noch eine wichtige Rolle spielen können:
- Bei Vielfahrern kann eine Kfz-Rechtsschutzversicherung sinnvoll sein, ebenso eine Kfz-Kasko vor allem in den ersten Jahren nach Kauf eines teuren Autos und insbesondere, wenn man es beruflich braucht;
- Selbstständige und Freiberufler sollten sich für den Fall eines Verdienstentgangs durch einen (längeren) Spitalsaufenthalt eine Verdienstausfall- oder Krankenhaus-Tagegeldversicherung überlegen;
- bei häufig ins Ausland Reisenden kann sich eine ganzjährige Auslandsreise-krankenversicherung lohnen;
Erst dann sollten Versicherungen auf der Liste stehen, die man vielleicht auch noch gerne hätte, wie etwa eine private Krankenversicherung, wenn man gern Wahl- und Privatärzte konsultiert und Wert auf die Unterbringung in Ein- oder Zweibettzimmern legt. Oder Polizzen, die man oft nur für eine bestimmte Zeit oder für einen bestimmten Anlass braucht, zum Beispiel eine Reisekranken-Versicherung bei Reisen in Länder, wo die e-card nicht oder nur eingeschränkt gilt und die Behandlung teuer ist.